Sexuelle Differenz
Insa Härtel, Olaf Knellessen (Gast-Herausgeber_innen)

Themenheft von PSYCHOANALYSE - Texte zur Sozialforschung, 19. Jg., 1-2015

6. Januar 2015


Aktuell scheinen sich Fragen nach dem Geschlecht nicht selten an ‚sexueller Vielfalt‘, ‚Geschlechtsidentität‘ oder ‚Geschlechtergerechtigkeit‘ festzumachen. Und Homo- und Intersexualität, Queer, Transgender sind ebenso wie z.B. gender mainstreaming in ganz unterschiedlichen Kontexten zu viel diskutierten Themen geworden. Das vorliegende Heft thematisiert nun das Thema sexueller Differenz aus einem spezifischen Blickwinkel: Es geht um eine wechselseitige Befragung von Psychoanalyse und Geschlechterforschung. Einen Ausgangspunkt bildet dabei die Annahme, dass die Psychoanalyse Potentiale für die Debatte um Geschlecht und sexuelle Differenz bereithält, von denen sie gelegentlich selbst nichts weiß. Dabei ist sie immer auch selbst auf ihre Geschlechterannahmen hin zu befragen.

Der Versuch eines ‚Brückenschlags‘ war auch Ausgangspunkt einer Tagung in Berlin, die in einer Kooperation des Psychoanalytischen Seminars Zürich (PSZ) mit der International Psychoanalytic University (IPU) im Fach „Psychoanalytische Kulturwissenschaften“ anlässlich der Preisverleihung von „The Missing Link. PSZ-Preis für Psychoanalyse und...“ stattgefunden hat. Eine Tagung, auf der sich auch in den z.T. äußerst kontroversen Diskussionen die Virulenz des Themas „Sexuelle Differenz“ erneut gezeigt hat. Wir publizieren an dieser Stelle einen Großteil der Vorträge sowie einen zusätzlichen Beitrag.

Das Münchner Künstlerpaar Stephanie Müller und Klaus Dietl hat für dieses Fest noch etwas zum Anfassen gemacht: Ein Daumenkino aus Bildern des Videos My Name is Luka Call Me Catherine, über das sie an der Tagung gesprochen und in diesem Heft geschrieben haben.

Nach oben